EntscheidungsmethodenVor der Entscheidung

Was dich daran hindert, dich zu entscheiden

Wenn eine Alternative eindeutig mehr Vorteile hat als die andere, fällt es dir bestimmt leicht, dich zu entscheiden. Was aber, wenn das nicht der Fall ist?

Wenn jede Alternative ähnlich viele Vor- wie auch Nachteile hat, sieht die Sache ganz anders aus. Plötzlich gibt es keine „beste Wahl“ mehr. Was stattdessen auftaucht, sind Ängste. „Was, wenn ich mich falsch entscheide?“

Wir haben Angst vor den Konsequenzen oder der Verantwortung, die daran hängt.

Ängste, die vor einer Entscheidung auftauchen können

  • Was, wenn ich das, was daraus entsteht, doch nicht möchte?
  • Was, wenn ich das nicht hinbekomme?
  • Was werden die anderen sagen?

Die Gedanken kreisen und die unglaublichsten Vorstellungen beginnen, uns zu beschäftigen.

Angst, vor dem Unbekannten

Wir können uns schwer zwischen zwei Alternativen entscheiden. Erst recht, wenn beide unangenehm sind. Etwa bei der Situation: „Ich gehe nicht mehr gerne zur Arbeit.“ Wahlmöglichkeit eins „Bleiben“, lässt dir irgendwann morgens den Magen umdrehen. Möglichkeit zwei „Gehen“ verschafft dir schlaflose Nächte. Was soll ich denn stattdessen machen? Ich habe doch nur diesen Beruf gelernt? Oder der Gedanke: Dann komme ich vielleicht vom Regen in die Traufe!

Angst, nicht gut genug zu sein

Die Alternativen lassen Diskussionen in unserem Kopf entstehen.
Wir erlauben uns nicht, unser Leben zu ändern. Wir sind sicher, zu alt, zu einseitig oder zu wenig ausgebildet zu sein.

Angst, nicht richtig zu entscheiden

Wir wollen hundertprozentig sicher sein, dass es die richtige Entscheidung ist. Weißt du, welcher Gedanke dahintersteckt? Der, dass es nur richtige oder falsche Entscheidungen gibt.

Wage doch einmal dieses Gedankenexperiment: Was wäre, wenn es mehrere richtige Entscheidungen gäbe?

Angst vor den Konsequenzen

Wir machen die Konsequenzen der Entscheidung in unseren Gedanken schwerwiegender als sie sind. Doch hängt wirklich dein Leben davon ab? Oder sachlich betrachtet: Könntest du mit den möglichen Konsequenzen umgehen?

Und zwischen den Ängsten noch ein Killersatz

Eines Tages haben wir uns entschieden. Und plötzlich fällt der Satz, der in der Sekunde alles zunichtemacht. „Ja, aber…“ Erwischt?!

Angst vor der Unsicherheit

Apropos entschieden: Wenn sich deine Wahl einmal als nicht ideal herausstellt, machst du dir dann Vorwürfe? Dabei fällt mir der Vergleich aus meinem Ursprungsberuf als Erzieherin ein: Wird ein Kind, das immer mit Vorwürfen und einer Strafpredigt rechnen muss, sich auf etwas einzulassen oder etwas Neues auszuprobieren? Wird es die Dinge entschieden anpacken? Wahrscheinlich nicht. Warum sollte es dir da anders gehen?

Hast du als Kind oder Jugendlicher erlebt, dass Fehler machen nicht gewollt oder auch kritisiert und bestraft wurde? Dann kann es sein, dass du leicht in damals erlernte Verhaltensweisen zurückrutschst. Lieber keine Fehler machen und auf Nummer sicher gehen!

Dann besteht die Gefahr, dass wir die – scheinbar – sicherste Möglichkeit wählen. Es ist dann zwar nicht perfekt, aber sicher.

Du hast die Wahl, aus deinen Gewohnheiten auszubrechen!

Zurück zum Beispiel vom Beginn: Du hast die Freude an deiner Arbeit verloren und – vielleicht aus Angst, nichts Besseres zu bekommen – wählst du, in deiner Stelle zu bleiben, aber die Stunden zu reduzieren.

Ist es das, was du willst?
Doch halt! Jetzt bist du erwachsen. Du merkst, dass du dich gerade mit etwas nicht wohl fühlst. Die gute Nachricht: Schon die Tatsache, dass du dir bewusst bist, dass du dich in einer Situation befindest, in der du dich nicht wohl fühlst oder sie dir nicht entspricht, bringt dich einen Schritt näher an eine möglich Lösung. Und wenn du außerdem noch aufdeckst, in welche deiner Handlungsmuster du verfällst, hast du einen weiteren sehr wichtigen Schritt getan.

Welche Hindernisse dir noch in die Quere kommen können, erfährt du hier.

Damit dir das „Ausbrechen“ aus deinen Gewohnheiten leichter fällt, habe ich ein paar Tipps für dich.

6 Tipps, um dich leichter zu entscheiden

Tipp 1: Verschaffe dir Sicherheit – in dir!

Geht es wirklich um dein Leben? Was kann schlimmstenfalls passieren? Mal ganz ehrlich! Für die meisten „Wenns“ und „Abers“ hast du einen Weg, damit umzugehen.

Tipp 2: Mach dir bewusst, ob du aus Sicherheit die Nachteile deiner Situation in Kauf nimmst.

Wenn du gerne auf der sicheren Seite bist: Ist dir diese Sicherheit so wichtig, dass du mit den Nachteilen leben willst? Ja du willst! Denn du entscheidest dich bewusst dafür und höre auf, weiter mit deiner Situation zu hadern.

Tipp 3: Frag Freunde.

Frag Freunde, von denen du weißt, dass sie sich selber leicht entscheiden können. Oder sprich mit Freunden, die dir Fragen stellen oder dir andere Sichtweisen anbieten, die dich in deiner Entscheidung voranbringen.

Tipp 4: Mach dir deine Alternativen bewusst.

Frag dich selbst: Was spricht für A? Was für B? Und gibt es vielleicht sogar ein C, dass du im Moment noch nicht siehst? Auf der Suche nach Alternativen darfst du ruhig kreativ werden.

Tipp 5: Triff die Entscheidung für die Gegenwart.

Erwarte nicht die eine richtige Entscheidung von dir. Triff die Entscheidung, die jetzt für dich stimmig ist und erlaube dir, diese zu einem späteren Zeitpunkt wieder umzuwerfen und dich neu zu entscheiden.
Es ist bei uns Erwachsenen wie bei den Kindern:

Vieles müssen wir einfach ausprobieren, um zu wissen, wie es für uns ist.

Und wie ich gerne zu sagen pflege, wenn etwas nicht klappt: „Das ist nicht das Richtige für mich. Danke! Damit bin nämlich wieder einen Schritt näher an der richtigen Lösung dran“.

Tipp 6: Leg los und hinterfrage nicht mehr.

Wenn deine Entscheidung steht: Go for it! Leg los und hinterfrage nicht mehr ständig, dass du das jetzt tust. Leg los! Zeit für Reflexion ist später 🙂
Solltest du später doch einmal feststellst, dass eine Entscheidung aus deiner neuen Sicht nicht ideal ist, sei nicht zu streng mit dir und denke daran, dass du dir die Entscheidung nicht leicht gemacht hast. Aus damaliger Sicht war die Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen getroffen. Oder wie Thomas Edison sagte:

„Erfahrung nennt man die Summe aller unserer Irrtümer.“

In diesem Sinn: Lasst uns Erfahrungen machen und dabei viele richtige Entscheidungen treffen.

Lieben Gruß,
Sandra

P.S.:
Wenn du mehr über Hindernisse bei Entscheidungen wissen willst, dann interessiert dich bestimmt der Abendworkshop „Entscheidungen – Wie überwinde ich meine Hürden?“.

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Foto: [Designed by Freepik]

5 Gedanken zu „Was dich daran hindert, dich zu entscheiden

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