Zufällig alles anders?

Weg mit dem alten Job und einfach einen neuen suchen – dann ist endlich alles gut?! Ist es so einfach? Oft leider nicht…

Kürzlich hat mir eine Teilnehmerin – ich nenne sie Alexandra – erzählt, dass es ihr in ihrer beruflichen Situation mehrfach folgendermaßen ergangen war:

Unglücklich im Job hatte sie endlich den Mut gefunden, diesen zu wechseln, um wieder gerne zur Arbeit gehen zu können. Trotzdem hatte sich nichts verändert. Sie war an einem neuen Ort, doch wieder in der gleichen Situation: gestresst und unglücklich. Und das gleich zweimal hintereinander!

Was blieb war immer die Frage:

„Ist es das, was ich wollte?“

Was sich zeigte, war das Ergebnis einer Veränderung, die mehr auf dem Zufallsprinzip beruhte, als gewollt, bewusst oder geplant gewesen zu sein. Alles war „zufällig anders“ geworden.

Rückblick: Der Startschuss für die Veränderung fiel, als der Leidensdruck sehr hoch war. Alexandra war nicht mehr glücklich mit dem, wie sie arbeitete. Sie litt unter ihrer Situation. Stress, Unkonzentriertheit, „nicht mehr zur Arbeit gehen wollen“ waren an der Tagesordnung.

Trotzdem schob sie alles, was ihr missfiel, mit Nachdruck und oft auch „erfolgreich“ zur Seite. Alexandra verdrängte.

In der Phase vor der Veränderung sind wir Meister der Ausreden und Begründungen.

„So schlimm ist es nicht.“ „Ich muss das hinkriegen.“ „Das wird schon wieder besser werden.“ „Überall gibt es etwas, das nicht so schön ist. Das ist normal und gehört dazu.“ „Der Arbeitsmarkt ist so schlecht. Da bleibe ich lieber.“ „Ich kann ja nur Erzieherin, sonst nichts. Was sollte ich denn sonst machen?“ (Kleines Outing: Das war einer meiner Gedanken, der mich nach meinem ersten Berufsjahren zurückhielt, etwas anderes zu beginnen.)

Solche oder ähnliche hinderliche Glaubenssätze halten uns in Situationen, die uns nicht mehr gut tun. Auch Alexandra. Kennst du Gedanken wie diese von dir selbst? Was sagst du dir selbst? Mit welchen Sätzen redest du dir zu, wenn du durch eine schwierige Situation gehst?

Wenn der Leidensdruck noch nicht hoch genug ist, um uns endlich zu bewegen, halten wir die Situation oft lieber aus. Es ist ja auch einfacher und bestimmt sicherer, in der altbekannten Situation zu bleiben – meinen wir.

Na, erwischt?

Erst wenn der Leidensdruck hoch genug ist, fühlen wir die Notwendigkeit, etwas zu ändern.

Dann, wenn der Druck an diesem Punkt schon übermäßig groß ist, muss eine schnelle Entscheidung zusammen mit einer möglichst schnellen Veränderung her. Durch den Leidensdruck steigt auch der Zeitdruck.

„Nur raus hier!“ leitet uns plötzlich.

Auch Alexandra wollte nur noch weg. Ein Stellenangebot erschien ihr einfach nur deshalb passend, weil es nicht mehr dort war, wo sie sich aktuell befand.

Die Lösung: Nicht „weg von…“ sondern „hin zu…“!

Alexandra war nur bewusst, was sie nicht mehr wollte. Doch wo wünschte sie sich anzukommen? Wohin sollte es gehen?

Die richtigen Fragen, in Bezug auf unsere zukünftige Wunschvorstellung, können uns dabei helfen, das herauszufinden.

Zum Beispiel:

  • Wie will ich mich nach meiner Veränderung fühlen?
  • Womit verbringe ich dann meine Zeit? Und womit nicht mehr?
  • Mit welchen Menschen umgebe ich mich?
  • Wie sieht es in meinem (Arbeits-)Umfeld aus?

Hinweise für die Antworten zeigen sich schon in der aktuellen Situation. Nämlich dann, wenn bewusst danach Ausschau gehalten wird. Ein bisschen nach dem Motto:

Deine Gegenwart zeigt dir den Weg in deine bessere Zukunft.

Als ich vor Jahren selbst unglücklich in meinem Beruf war, habe ich mir etwas angewöhnt. Vielleicht hilft es auch dir dabei, dir bewusst zu werden, was du brauchst und wohin du möchtest:

Ich habe mich öfter am Tag – speziell in Situationen, in denen ich mich unwohl gefühlt habe – gefragt:

  • Will ich das jetzt?
  • Was will ich jetzt lieber?

Wenn ich gerade keine Zeit hatte – und das war im hektischen Kitaalltag öfter der Fall – habe ich mir eine Notiz auf einen Zettel gekritzelt und mir in die Hosentasche gesteckt. Zuhause konnte ich mir die Situationen in Ruhe noch einmal vor Augen führen und anhand der Fragen reflektieren.

Du fragest dich vielleicht, was aus Alexandra wurde? Sie hat für sich herausgefunden, was ihr beim nächsten Job wichtig ist. Nach einer gründlichen Reflexion und einer guten Vorbereitung ist sie heute auf dem besten Weg, die Arbeit zu machen, die ihr entspricht.

Wie wäre es?

Probiere doch auch aus, dich diese beiden Fragen zu fragen, wenn dir etwas gegen den Strich geht. Vielleicht lernst du dich noch besser kennen und weißt exakter, was du brauchst, um dich wohl zu fühlen.

Viel Spaß und gute Erkenntnisse dabei!


Schreib mir deine Erfahrungen gerne in die Kommentare.

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